"DER MEISTERDIEB"in der Mediothek Krefeld
Anuschka Gutowski erzählt das Märchen der Brüder Grimm
Das „Theater hintenlinks“ ist am Dienstag, 18. August, um 17 Uhr mit einem Gastauftritt in der Mediothek Krefeld. Der Eintritt ist kostenfrei. Schauspielerin Anuschka Gutowski spielt das Grimm-Märchen „Der Meisterdieb“ für Kinder ab neun Jahren. Die Geschichte entfaltet sich durch Sprache, Stimme und Präsenz – ohne Bühnenbild oder technische Effekte. Das Märchen wird in der Originalfassung der Brüder Grimm erzählt, also in der historischen Sprache. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu einem kurzen Austausch über Eindrücke, Fragen oder Hintergründe zur Geschichte. (Text: Mediothek Krefeld)
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich. Eintritt frei! Bitte per E-Mail an kinder.mediothek@krefeld.de
Ort: Mediothek Krefeld, Theaterplatz 2, Krefeld
INHALT
Ein besonderes Erzähltheater für Erwachsene, Familien und Kinder (ab 9 Jahre)
Unser Märchen-Erzähltheater lädt Menschen jeden Alters zu einem intensiven, atmosphärischen Geschichten-Erlebnis ein. In einer etwa 45-minütigen Darbietung entfaltet die Schauspielerin Anuschka Gutowski das Grimm-Märchen „Der Meisterdieb“ ausschließlich durch Sprache, Stimme, Mimik und Präsenz – getragen von einer reduzierten, konzentrierten Erzählweise, die das „Kino im Kopf“ entstehen lässt.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem kurzen Nachgespräch, in dem Fragen, Eindrücke oder Hintergründe zur Geschichte aufgegriffen werden.
Ein Erlebnis für alle Generationen
Märchen begleiten uns seit frühester Kindheit – sie berühren Ängste, Wünsche, Hoffnungen und bringen komplexe Lebensthemen in einfachen, klaren Bildern auf den Punkt.
Gerade Erwachsene erleben das Erzählen oft mit überraschender Intensität wieder: Die vertrauten Motive, Figuren und Landschaften öffnen innere Räume, die wir längst zu kennen glauben.
Kinder wiederum tauchen unmittelbar und wach in die Geschichte ein – getragen von einer Erzählweise, die ohne technische Reize auskommt und stattdessen Vorstellungskraft, Neugier und Aufmerksamkeit fördert.
So entsteht ein gemeinsames Zuhörerlebnis, das Familien und Einzelpersonen gleichermaßen offensteht.
Wirkung und Besonderheit des Formats
Die Kraft des mündlichen Erzählens liegt in seiner Unmittelbarkeit:
Gesprochene Worte, Stimme, Rhythmus und Mimik lassen innere Bilder entstehen und schaffen einen Raum der Konzentration und Entspannung zugleich. Viele Zuschauer beschreiben das Erlebnis als eindrücklich, entschleunigend und überraschend lebendig.
Ein Besucher formulierte es einmal so:
„Sie setzen das Kino in meinem Kopf in Gang.“
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Dauer: ca. 50 Minuten, inkl. kurzem Nachgespräch
Zielgruppe: Erwachsene, Familien, Kinder ab ca. 9 Jahren
Termine
Hintergrund
Schon Mitte der 1990er Jahre reagierte unser Theater auf gesellschaftliche Entwicklungen, die uns bedrohlich erschienen:
Kinder und Jugendliche verloren mehr und mehr die Fähigkeit, von sich und ihren Erlebnissen (beispielsweise im Urlaub!) zu erzählen. Gleichzeitig zeichnete sich eine Verrohung der Sprache ab, weshalb SchülerInnen von ihren Lehrern als „Sprachmüll-Generation“ betitelt wurden.
Einen guten Umgang mit dem Wort kann man jedoch nicht einfordern! Ganz im Gegenteil: Man muss dazu anregen! Man muss Lust machen aufs Fabulieren.
Neben der heilsamen pädagogisch-psychologischen Wirkung von Märchen (s. Bruno Bettelheim) gibt es auch eine ästhetische: Gerade die Märchen der Brüder Grimm verfügen über eine wunderbare Sprachmelodie, die – ohne dass man ein Wort verstehen müsste – schon zu Entspannung und Konzentration führen.
Kein Widerspruch: Entspannung und gleichzeitig Konzentration!
Genau diese Wirkung hat das Erzählen oder Vorlesen von Geschichten und Märchen bei den Zuhörern – auch den erwachsenen. Und ganz besonders bei den Märchen der Grimms!
Mittlerweile sind wir mit dem Märchen-Erzähl-Projekt 1000mal . Die Beliebtheit der Produktion hat nicht abgenommen. Das Bedürfnis nach Sprache und spannenden Geschichten besteht also – wenn das auch nicht immer und allerorten sichtbar wird.
Empfohlene Literatur
Bruno Bettelheim: Kinder brauchen Märchen. München 2006.
(Artikel zum Buch: http://www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/publikation/televizion/25-2012-2/vomOrde.pdf)









