Budenzauber

Ein prekäres Theaterstück
von Peter Gutowski

Inhalt

„Die Bude hat schon einmal bessere Zeiten gesehen!“ hallt es aus dem Zuschauerraum. Und besser lässt sich die Situation im Umfeld der Imbissstube auch nicht beschreiben. Es ist kälter und trostloser geworden im Lande. Und die Bude wird zum Treffpunkt von ganz unterschiedlichen Menschen, die in „prekären“ Verhältnissen leben – und das meint nicht nur ihre finanzielle Situation.

Eröffnet vom, in einem Einkaufswagen abgelegten Narren (Anuschka Gutowski), der uns allen in der Folge den Spiegel vorhält und die Figuren an der Fressbude vorführt, beginnt ein intensiver Theaterzauber mit Musik von Grönemeyer bis Schubert, Zitaten von Büchner, Miller und Grimmelshausen – und den sozialkritischen und einfühlsamen Texten des Autors von „Budenzauber“: Peter Gutowski.

Für eine bizarre, facettenreiche und eindringliche Schauspielmusik sorgt der Akkordeonist Ruslan Maximovski, der auch die Songs des collageartigen Stückes begleitet.

Am Ende eines packenden Theaterabends mit Live-Musik und schmuddeligem Großstadt-Flair gibt es eine schmackhafte Currywurst mit Brötchen…

Eintritt: 19,00 €
Inkl. Imbiss

Termine

Sa02.02.201919:30

Budenzauber

So03.02.201917:00

Budenzauber

Fr08.02.201919:30

Budenzauber

Sa09.02.201919:30

Budenzauber

Hintergrund

Täglich vermeldet die Politik über die Medien, dass es dem Land so gut geht wie noch nie.

Aber es gibt auch zahlreiche mahnende Stimmen, die beispielsweise auf die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich aufmerksam machen. Sozialverbände und Kirchen weisen deutlich auf Kinderarmut und prekäre Lebensverhältnisse hin.

Das stetige wirtschaftliche Wachstum hat seinen Preis. Neben den negativen Auswirkungen auf die Umwelt verändert sich auch das Leben der Menschen – denn längst nicht alle können am Wettlauf um Konsumgüter noch mithalten. Das führt zur Überschuldung vieler und letztlich zur Ausgrenzung. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bleibt immer mehr Bürgerinnen und Bürgern verwehrt.

Und da sich der Staat mehr und mehr aus seinen originären Aufgaben zurückzieht, überlässt er privaten Hilfsorganisationen die Bewältigung der wachsenden Armut im Land. Das wiederum führt in einigen nachgewiesenen Fällen zu Willkür.

Soziale Absicherung und ein menschenwürdiges Leben dürfen niemals dem Zufall überlassen werden! Ob dies in unserem Staate erfüllt oder eher vernachlässigt wird – die Aufführungen von „Budenzauber“ sollen zum kontroversen Austausch darüber anregen.

Empfohlene Literatur

Christoph Butterwegge: Armut in einem reichen Land. Wie das Problem verharmlost und verdrängt wird. Frankfurt/M. 2012
Christoph Butterwegge Krise und Zukunft des Sozialstaates. Wiesbaden 2014
Christoph Butterwegge: Hartz IV und die Folgen. Auf dem Weg in eine andere Republik. Landsberg 2015
Stefan Selke: Schamland. Die Armut mitten unter uns. Berlin 2013