• Ojeh, so helft mir doch, der ich umherirre und mir den Kopf einschlage wieder und wieder an allen Ecken und an jeder Seite.

    „Moritat vom Blinden und vom Lahmen“ aus: „Mistero buffo“ von Dario Fo


  • Und lass ihn nicht soviel verschnaufen, Du wärmst dich am Holz und er wärmt sich am Laufen.

    „Der Leibeigene“ aus „Mistero buffo“ von Dario Fo


  • Kommt herbei, ihr Leute! Der Spielmann ist da! Ich zeige euch ein Narrenspiel...

    „Der Spielmann“ aus „Mistero buffo“ von Dario Fo

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Termine

26.02.2016 (FR, 19:30 Uhr)
27.02.2016 (SA, 19:30 Uhr)

 

Brot und Spiele

Ein Büfett mit Spezialitäten
ist im Eintritt enthalten.

BROT+SPIELE ist unsere Programmreihe, bei der Schauspiel und Kulinarisches verbunden werden. So gibt es bei Matinée-Veranstaltungen ein Frühstücksbufett oder bei Abend-Veranstaltungen unterschiedliche Speisen – passend zum Stück!

Erwachsenentheater

MISTERO BUFFO

von Dario Fo.
Eine Inszenierung des Theaters hintenlinks.


Bella Italia: Nehmen Sie Platz an einer gedeckten Tafel und laben Sie sich an italienischen Speisen und südländischem Wein. Zuschauerraum und Bühne werden bei uns an diesem Abend zur römischen Trattoria...

Eine schrille Empfangsdame (Anuschka Gutowski) begrüßt Sie – radebrechend Deutsch sprechend – im Foyer des Theaters, das von Schlagerklängen („Zwei kleine Italiener“, „Marina“ etc.) erfüllt ist, begleitet sie zu Ihrem Platz, nimmt ihre Garderobe entgegen.

Ein flinker italienischer Kellner (Bastian Vogel) sorgt für Getränke und „bewaffnet“ sich hin und wieder mit seiner Gitarre, um vorzugsweise den Damen im Saal ein Ständchen zu bringen...

Und wenn dann das Theaterlicht aufflammt, erzählen Ihnen Empfangsdame, Koch, Kellner und Toilettenfrau (alle von Anuschka Gutowski in atemraubenden Maskenwechseln verkörpert!) von ihrem Schicksal, erzählen Geschichten aus uralten Zeiten, die neben ihrer kritischen Note einer gewissen Komik nicht entbehren...

Die in den 1970er Jahren entstandenen Texte sind hochaktuell, ihre Bestandteile politische Angriffslust, überbordender Humor und das Zwerchfell attackierende Situationskomik ...

Dario Fos Stücke sind beim Publikum Renner

Dario Fo wird am 24. März 1926 in Leggiuno-Sangiano geboren. Sein Vater wird Bahnhofsvorsteher, Amateurschauspieler und Sozialist. Das Geschichtenerzählen lernt der Junge Dario von seinem Großvater mütterlicherseits, einem Fischer und Glasbläser.

Im Jahre 1940 zieht Dario Fo nach Mailand, um an der Kunsthochschule Brera zu studieren. Der Zweite Weltkrieg kommt dazwischen. Seine Familie ist im antifaschistischen Widerstand aktiv und er hilft seinem Vater, Flüchtlinge und Deserteure in die Schweiz zu schmuggeln.

Nach Kriegsende setzt Fo sein Studium der Kunst und Architektur an der Universität Mailand fort. Er beginnt sich in der Bewegung der „piccoli teatri“ (kleine Bühnen) zu engagieren und präsentiert dem Publikum improvisierte Einpersonenstücke. Ab dem Jahr 1950 gibt er seinen Job als Architekt auf.

Seine spätere Frau (Heirat 1954), die aus einer Schauspielerfamilie stammende Franca Rame, trifft er bei der gemeinsamen Erarbeitung der Revue Sieben Tage 1951. Seine Theaterstücke sind beim zahlenden Publikum Renner und erleiden dennoch Zensur und Interventionen von Seiten der Kirche und der Staatsbeamten, sodass Auftrittsorte rar werden. Die beiden verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem weiterhin populären Piccolo Theater zu Mailand.

1959 gründete er gemeinsam mit Franca Rame ein eigenes Ensembles. Fo schreibt Stücke, schauspielert, führt Regie und entwirft Kostüme und Bühnenbilder. Rame übernimmt die Kassenführung und den Papierkrieg. Die Uraufführungen finden im Piccolo-Theater statt und sie brechen dann alljährlich zu Tourneen in ganz Italien auf.

1997 erhält er den Nobelpreis für Literatur.

Dario Fo ist ein prominenter Kritiker der Medienpolitik und Medienentwicklung in Italien. Er beurteilt sie als „Beseitigung jeder kritischen Kultur“ und wirft Silvio Berlusconi vor, eine Kontrolle über alle Kommunikationswege anzustreben.

Auf die Frage „Dario Fo gegen Silvio Berlusconi - der Kampf der Giganten?“ antwortet Fo: „Ich würde es nüchtern ausdrücken: Wettstreit zweier Berufskomiker.“

 

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